Fragen und Antworten zum Ablängen und
Weiterbearbeiten von Rohren

1. Welche Vorteile bietet das spanlose Trennen von Rohren
-> Keine Späne beim Trennen von Rohren

30.000 bis 80.000 Trennschnitte und mehr, mit einem Trennmesser möglich.

Spanloses Trennen von Rohrabschnitten bedeutet den Wegfall von Reinigunsvorgängen. Damit können erhebliche Kosteneisparungen realisiert werden, durch Wegfall von Handlings und Transportzeiten, Kapazitäten von Waschanlagen können anderweitig genutzt werden.

Eine Waschanlage selbst kann aufwändig sein: Wartung, Waschemulsion, ökologische Auflagen, usw., sind teuer.

Spanloses Trennen spart zudem Rohmaterial: Ein Sägeblatt (2 – 3 mm breit) produziert Späne, dies geht an Rohmaterial verloren. (Bei durchschnittlich   2 mm und nur ca. 30.000 Schnitten sind das 60 m Rohmaterial was verloren geht)

Arbeitsablauf: Orbital um das Rohr umlaufendes Trennmesser,  das Rohr wird nicht komplett durchtrennt , ist Voraussetzung für das Reiß / Brechverfahren. Beim Reiß- / Brechverfahren entsteht – im Gegensatz zum Sägeschnitt – kein Innengrat.

Damit kann in vielen Fällen auf einen weiteren Arbeitsschritt „Entgraten“ verzichtet werden. Ist es Notwendig das Rohr komplett durchzutrennen kann das Reiß / Brechverfahren an der Steuerung abgeschaltet werden.

Mit einer ebenfalls umlaufenden Druckrolle kann gleichzeit mit dem Trennen eine Phase am Rohrende spanlos „angerollt“ werden.

2. Welche Vorteile bietet die Coilverarbeitung gegenüber der Stangenverarbeitung?
Bei der Verarbeitung vom Coil ergibt sich eine wesentliche Materialersparnis durch den Wegfall von Anschnitt und Reststück. Coilmaterial ist zudem in den meisten Fällen  billiger als Stangenmaterial. Bei Kupferrohrenlegierungen z. B. können die Materialkosten um bis zu 20% gesenkt werden.

Das Nachladen, wie beim Stangenmaterial entfällt, durch die Zeitersparnis wird eine Taktzeitreduzierung von etwa 10% erreicht.

Im Einschichtbetrieb können bei Kupferrohrlegierungen pro Jahr bis zu 3.000.000 Rohrabschnitte produziert werden (abhängig von der Rohrlänge und Wandstärke).

Ein weiterer Vorteil liegt in der günstigeren Lagerung des Coilmaterials, kompakte Abmessungen, weniger Lagerfläche, keine Kisten.

3. Welche Rohrmaterialien können vom Coil verarbeitet werden?
Bei Kupferrohrlegierungenen sind Rohrdurchmesser bis 35 mm, mit einer Wandstärke bis 1,5 mm, möglich.

Auch Rohre aus Aluminiumlegierungen sind vom Coil verarbeitbar.

Stahlrohre, insbesondere rostfreie Stähle, können bei kleineren Rohrdurchmessern ebenfalls vom Coil verarbeitet werden.

4. Wie geschieht das „Abwickeln“ vom Coil – Abcoilen ?
Die Coils werden auf eine angetriebene Haspel gelegt. Die Haspeldrehzahl ist stufenlos einstellbar. Für kürzere Rüst- zeiten ist bei bestimmten Anwendungsfälle eine Doppelhaspel sinnvoll. Das Rohr wird nicht direkt dem Rohrtrennautomaten zugeführt, sondern über eine pneumatisch gefederte Ausgleichsrolle gelegt. Die Ausgleichsrolle steuert  sicheres  im Zusammenspiel mit dem Servoantrieb des Rohrtrennmaschinen-Vorschubs das gleichmäßige „Abcoilen“.

5. Was ist mit der Geradheit und den Durchmesser – Toleranzen der Rohrabschnitte?
Das vom Coil (Umlenkrolle) kommende Rohr wird von 18 Richtrollen kalibriert und gerichtet. Die Durchmessertoleranzen nach dem Richtdurchgang liegen bei + 0,05mm, die Geradheit der Rohre bei 1 mm je lfd. Meter Rorhr.

6. Kann weiches Kupferrohr aufgehärtet werden?
Weiches Kupferrohr ist vom Abcoilen her gut zu verarbeiten, außerdem ist es preisgünstig. Oftmals wird jedoch eine gewisse Härte des Materials benötigt. Weiches Kupferrohr kann durch den Richtvorgang aufgehärtet werden auf eine Streckgrenze von Re = 180 N/mm². Durch die exakt stufenlos einstellbaren Richtrollen kann dieser Aufhärtevorgang vorgenommen werden.

7. Wie hoch sind die Rüstzeiten bei Coilwechsel?
Bei gleichem Rohrdurchmesser vom verbrauchten und neuen Coil können Coilende und Coilanfang mit Hilfe einer Quetschzange miteinander verbunden werden. Der Vorgang einschließlich der neuen Coil-Auflage nimmt ca. 5 – 7 min. in Anspruch. Die Verbindungsstelle wird am Vorschub des Rohrtrennautomaten erkannt und kann dort herausgetrennt werden.

Bei unterschiedlichen Rohrdurchmessern müssen zudem die Spannzangen an der Rohrtrennmaschine gewechselt werden, der Trenndurchmesser muss an der Rohrtrennmaschine eingestellt werden und die Richtrollen am Richtrollenapparat gewechselt werden. Das Einstellen des Richtwerks auf andere Rohrdurchmesser geschieht auf ein- fachste Weise. Die Richtrollen können, ohne lösen von Kontermuttern oder Sicherungsstiften, einfach abgezogen und die neuen Rollen aufgesteckt werden. Die einstellbaren Richtrollen besitzen eine Absolutskala, so dass registrierte Einstellwerte ohne Arretiereinrichtung, ein- oder nachzustellen sind. Die Gesamtrüstzeit liegt bei 10 – 12 min.

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